Spontan nach Paris
Spontan Reisen

Spontan nach Paris

Es ist ein normaler Samstagvormittag zwischen Karfreitag und Ostersonntag. Uns ist langweilig. Wir sitzen um 13:30 Uhr am Esstisch in der Küche und quatschen darüber, wie cool es wäre einmal etwas richtig Verrücktes zu machen. Wer uns kennt, der weiss das wir sehr (sehr, sehr) spontan sind. Ich habe beschlossen, dass jeder von uns dreien, einen Ort in Europa aufschreibt und wir dann auslosen wohin wir SOFORT fahren.

Aufschreiben, auslosen, fahren.

Nadine hat sich für die Nordsee entscheiden. Lavinia war für Venedig. Ich war für ein Foto vom Eifelturm. Wobei es mir eigentlich egal war wohin wir fahren. Hauptsache raus aus der Schweiz. Jeder hat drei Mal gezogen, und gewonnen hat… Die Nordsee. Ich ging noch einmal schnell zur Toilette und als ich fertig war, haben meine beiden Frauen sich umentscheiden, sie wollten doch lieber nach Paris. Um 14:00 Uhr waren wir auf der Autobahn und fuhren Richtung Paris. Wir haben noch drei Kopfkissen und zwei Decken mitgenommen, falls wir gezwungen sein sollten im Auto zu übernachten.

Eifelturm Paris
Mein Ziel ist erreicht, ich habe mein Foto mit dem Turm 🙂

Maut in Frankreich sehr teuer

Die Fahrt war sehr angenehm. Die Autobahnen in Frankreich sind nicht so überfüllt wie in Deutschland, schon gar nicht so wie in der Schweiz. Allerdings mit insgesamt 79.00 € Maut für beide Richtungen, die mit Abstand teuerste Autobahn die ich je befahren habe. Mit 1.70 € pro Liter Benzin ist Frankreich eines der Teuersten Länder in Europa. Wir hatten totale Fahrtkosten in Höhe von 209.00 € für 1200 km. Wer nach Paris reisen will, ist mit einem Flugzeug viel billiger und schneller dran als mit dem Auto. Nadine hat schon Flüge für 258.00 € gefunden. Zugegeben das ist nicht spontan, aber eine alternative für Menschen, die alles planen.

Paris Smog Luft

Nach einer gemütlichen fahrt sind wir etwa gegen 21:00 Uhr in Paris angekommen. Kurz zuvor haben wir uns an dem wunderschönen Sonnenuntergang erfreut. Dabei war dieser Sonnenuntergang nur so schön, weil Paris unter einer dichten Smogglocke lag. Dabei scheint die Sonne sehr groß und Rot. Die Luft in Paris ist ekelhaft. Autoabgase vermischt mit Kanalisationsgeruch ergaben den typischen Großstadt Duft. Es gibt Menschen, die lassen sich davon nicht stören. Ich gebe zu, wir sind verwöhnte Kur-Stadtaffen, die ihre Saubere Luft lieben.

Keine freien Betten in ganz Paris!

Ich habe bereits vor unserer Abfahrt gewusst, dass wir in Paris kein Hostel oder Hotel bekommen werden. Es ist schließlich Ostern was bedeutet, dass Städte wie Paris, Berlin, London etc. restlos ausgebucht sind. Nicht umsonst habe ich meinen beiden Frauen gesagt, wir sollten Kopfkissen und Decken mitnehmen. Sie waren Feuer und Flamme für Paris, und einverstanden im Auto zu schlafen falls es darauf ankommt. Im Enjoy Hostel hätten wir erst am nächsten Tag ein Zimmer bekommen. Für 35.00 € ein Hostel im Paris ist eher eine Seltenheit.

PARIS TIPP: Hostel in Paris. Das Enjoy Hostel im 14. Bezirk ist ein gutes und günstiges Hostel in Paris. Es ist sehr gut gelegen. 5min von der Metrostation Mount-Duvernet. 10min von den berühmten Katakomben von Paris.

Parken in der Tiefgarage und Schlafen im Auto. Paris hautnah erleben.

Wer günstig dauerparken will in Paris der findet hier einen Platz

Parkplätze sind in Paris sehr teuer und sehr selten. Nadine hat im Internet eine Website gefunden, auf der die günstigsten Parkhäuser und Tiefgaragen eingetragen sind. Das führte uns zu der Tiefgarage Porte de Orléans im 14. Bezirk. Diese Garage ist 24 Stunden bewacht und mit 30.00€ für 24 Stunden recht günstig. Im vergleich dazu kostet die nächst günstigere Parkmöglichkeit 45.00 – 55.00€ aufwärts. Die Tiefgarage ist verbunden mit der Metrostation Porte d` Orléans. Das ist sehr praktisch, da man sich den Weg über die vielbefahrene Straße spart. Gleichzeitig diente uns diese Tiefgarage auch als Autohotel. Nachdem wir erfahren haben, dass in ganz Paris die Betten ausgebucht sind, haben wir kurzerhand im Auto geschlafen.

PARIS TIPP: günstig Parken in Paris. Die Tiefgarage Porte de Orléans im 14. App (Bezirk) ist sehr zu empfehlen. Wenn man von der Autobahn-Ausfahrt D920 – Pte D`Orléans hochkommt, muss man sofort scharf nach rechts abbiegen. Die Einfahrt befindet sich unmittelbar hinter der Kurve. Die Pariser Tiefgarage kostet 30.00 € für 24 Std und ist bewacht. Direkt in der Tiefgarage hat man einen Tunnel, der zur Metro Porte d`Orleans führt. Achtung! Parkschein mitnehmen, sonst kommt ihr nicht mehr in die Garage.

Um 05:40 mit der Metro zum Eifelturm

Die Pariser Metro ist mindestens so berühmt wie die Stadt selbst. Eine Tageskarte für 3 Zonen kostet 12.00€ damit könnt ihr den ganzen Tag in Paris rumfahren. Die Ticketautomaten können auf Deutsch eingestellt werden.  Autofahren in der Stadt ist eine Katastrophe, wer an seinem Fahrzeug hängt sollte lieber die Metro nutzen. Diese ist sehr leicht zu verstehen, an den Stationen bekommt ihr auch einen faltbaren Metroplan. Die Orientierung ist sehr einfach. Ziel auf der Karte suchen, schauen welche farbige Linie dahin führt wo man hinwill, Fahrtrichtung beachten. Wenn man umsteigen muss einfach bis zum Knotenpunkt fahren, umsteigen und weiterfahren. Paris ist in 20. App (Arrondissement = Bezirke) aufgeteilt somit ist die Orientierung sehr leicht. Ich habe etwa 20 min gebraucht, um die Stadt zu verstehen. Lavinia hatte auch keine Probleme. Außer Nadine, für sie war das Metrosystem eine Karte mit vielen lustigen bunten Linien.

Eifelturm bei Sonnenaufgang

Es gibt auch sehr viele Fahrräder und Elektroroller, die überall in Paris stehen. Wie das mit dem Mieten funktioniert weiss ich nicht, aber diese Roller und Fahrräder liegen überall. Wenn ein Roller leer ist, wird dieser einfach auf den Bürgersteig geworfen oder landet im nächsten Gebüsch. Ich finde das ist eine riesen Schweinerei und es ist tatsächlich etwas, was mich sehr gestört hat. Diese Roller lagen überall, egal wo man hingeschaut hat lag ein Elektroroller. Paris ist übersät damit.

Diese Roller liegen überall in Paris.

Um etwa 06:00 Uhr sind wir an der Station Passy angekommen. Von dort sind wir durch die Menschenleeren Straßen in Richtung Eifelturm gelaufen. An der Brücke Pont de Bir-Hakeim kam uns eine Truppe Betrunkener Partygänger entgegen sie lachten und schrien. Einige Jogger nutzten ebenfalls die leeren Straßen, um an der (noch) frischen Luft zu laufen. Ansonsten war es ruhig und sehr atmosphärisch. Wir nutzten den Sonnenaufgang, um einige Fotos vom Eifelturm zu machen. Es war magisch wie sich der Turm in der Stillen Seine spiegelte. Das Wasser des Flusses war glatt wie ein Spiegel, wir haben einige sehr schöne aufnahmen machen können. Mit dem Smartphone wohlgemerkt.

Müll soweit das Auge reicht

Der Park Champ de Mars war zugemüllt bis zum geht nicht mehr. Ich habe mir Paris irgendwie anders vorstellt. Und wieder sehr viele von diesen Elektrorollern und Miet-Fahrrädern. Der Müll im Park war unglaublich. Das Bild von Paris war in meinen Vorstellungen immer bisschen anderes. Vor dem Turm wurden große 3.5m Panzerglas Scheiben installiert. Dahinter steht ein hoher Metall Zaun. Dieses System soll künftig den Turm vor Anschlägen schützen. Schön ist was anderes. Nichts desto trotz ist der Eifelturm ein sehr imposantes Bauwerk. Man muss den Turm mit eigenen Augen gesehen haben. Meine Mission war somit erfüllt, ich habe den Eifelturm fotografiert.

Wir machten uns auf den Weg zum Louvre, wir dachten die 4 Km können wir auch Laufen. Das waren sehr lange 4km.

Eifelturm Paris Spontan nach Paris

Auf zum Louvre Mona Lisa wartet schon

Louvre Paris
Das Louvre

Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung. Ich interessiere mich seit meiner Kindheit für Kunst und Kunstgeschichte. Das Louvre ist ein Muss, wenn man schon in Paris ist. Aber nicht nur die Mona Lisa ist den Besuch wert. Das drittgrößte Museum der Welt hat so viel zu bieten, dass man mindestens den ganzen Tag dafür bräuchte, um alles zu sehen. Neben der Venus von Milo, gibt es noch das Appartement von Napoleon dem III. Die Alten Franzosen wussten wie man Lebt. Die Gemächer von Napoleon sind unglaublich pompös. So etwas zu sehen ist einzigartig.

Mona Lisa Leonardo Davinci Louvre
Ein Raum für Mona Lisa
Da ist sie, die Mona Lisa

TIPP PARIS: ESSEN im Louvre. Wer im Louvre etwas essen möchte der sollte die MC Donalds Filiale am anderen Ende besuchen. Wenn man durch den Haupteingang an der Pyramide kommt, übersieht man schnell, dass unter dem Louvre eine gigantische Einkaufs Meile existiert. Wenn man mit der Metro kommt, dann kann man das nicht übersehen. Wenn man über die Pyramide ins Louvre kommt, einfach Treppe runter und rechts an der Confiserie und an den Geschäften vorbei.

Notre Dame nach dem Feuer

Mit der Metro von Louvre zum Notre Dame. Nach 12km Fußweg hatten wir keine Lust mehr zu Laufen. Wir fuhren von Louvre – Rivoli zur Station Châtelet, dort sind wir umgestiegen und mit der Nummer 4 nach Saint-Michel Notre-Dame gefahren. Genau eine Woche zuvor ist Notre Dame abgebrannt. Das Feuer hat die berühmte Kirche zerstört, doch das hält den Tourismus nicht davon ab sich dieses Desaster an zu schauen. Der Zugang zum Gelände der von Notre Dame ist mit Barrieren verschlossen und wird von der Polizei bewacht. Schade, es bleibt nur zu hoffen, dass der Wiederaufbau schnell von statten geht. Auf dem Rückweg zur Garage sind wir noch ein bisschen durch die Straßen von Paris geschlendert. Nach 25 Stunden sind wir wieder zuhause angekommen.

Notre Dame
Notre Dame
Notre Dame nach dem Brand
Notre Dame nach dem Brand
Notre Dame nach dem Brand
Notre Dame nach dem Brand

Fazit: lohnt sich ein Besuch in Paris

Ja. Ja. Nochmal Ja. Die französische Hauptstadt ist nicht nur einen, sondern einen intensiven Besuch wert. Wir hätten uns noch viel mehr anschauen können. Aber das Ziel war es den Eifelturm zu Fotografieren 😊 Im 14. Bezirk sind auch noch die Berühmten Katakomben von Paris. Mitte und Ende 1800 wurden in den alten Bergbaustollen über 6.2 Millionen Menschenüberreste beigelegt.

Paris ist eine sehr beeindruckende Stadt. Kein Wunder warum sie so viele Menschen in ihren Bann zieht. Ich habe noch nie so viele historische Gebäude auf einem Haufen gesehen. Paris ist wie ein gigantisches Freilichtmuseum. Wer die Stadt erkunden will, sollte das auf jeden Fall mit dem Fahrrad machen. Wir werden sicher wiederkommen.

Strassen von Paris
Strassen von Paris
Strassen von Paris
Strassen von Paris

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